Jakobsweg, 7. Etappe: Immenstadt/Bühl – Oberstaufen/Zell
Informationen & Wissenswertes
Ein reizvoller Abschluss der Pilgerroute mit herrlichem Blick auf See und Berge, prächtigen alten Bauernhäusern und vielen kunsthistorischen Überraschungen.
Empfohlene Jahreszeiten:
- Juni
- Juli
- August
- September
- Etappentour
- aussichtsreich
- Einkehrmöglichkeit
- kulturell / historisch
- geologische Highlights
- botanische Highlights
- faunistische Highlights
Der Jakobsweg Tirol-Allgäu
Diese sowohl landschaftlich als auch kulturell sehr reizvolle alpine Jakobsweg-Route führt abseits der Hauptstraßen über drei Alpenpässe, nämlich den Fernpass, den alten Gaichtpass und den Jochpass. Sie durchquert auf alten römischen Handels- und Pilgerwegen einige der reizvollsten Wander- und Urlaubsregionen Tirols und des südlichen Oberallgäus.
Jakobs-Pilger können sich hier auf eine besonders eindrucksvolle Route freuen. Umso mehr, als sie größtenteils durch ländliche, beschauliche Bergregionen führt, in denen die Menschen jahrhundertelang tief vom Glauben und der Ehrfurcht vor den Naturgewalten geprägt waren. Daher sind diese Regionen besonders reich an Kirchen und Kapellen mit zahlreichen kunsthistorischen Schätzen, oft aus sehr unterschiedlichen Epochen. In Verbindung mit den herrlichen Panoramablicken, den ständig wechselnden Perspektiven und dem meditativen, manchmal anspruchsvollen Wandern bei Wind und Wetter durch diese alpinen Naturlandschaften wird dieser „Camino“ zu einem Weg, der alle Sinne anspricht, unvergesslich ist und reich an intensiven Erlebnissen, Begegnungen, Einsichten – und vielleicht auch neuen Selbstentdeckungen – ist.
Einbindung in das Pilgernetzwerk von Österreich und Deutschland
Der Jakobsweg Tirol-Allgäu schließt sich in Stams an den deutsch-österreichischen Jakobsweg von München entlang der Flüsse Isar, Loisach, Leutascher Ache und Inn sowie an zwei österreichische Jakobswege an, die in Innsbruck zusammenlaufen: die Route von Lofer/Salzburg nach Innsbruck und die Route von Lienz nach Innsbruck. Von Innsbruck aus führt dieser gebündelte Jakobsweg-Zweig weiter über Stams zum Arlberg oder zweigt in Stams auf die Tirol-Allgäu-Route ab.
Pilgerstempel und Pilgerpass
In den im Text erwähnten Jakobskapellen und -kirchen gibt es Stempelstellen entlang des Jakobswegs. Diese Pilgerstempel sind schöne Erinnerungen im eigenen Pilgertagebuch. Sie dienen als Nachweis für die zurückgelegte Strecke im international anerkannten Pilgerpass. Der Pilgerpass ermöglicht zudem offizielle Übernachtungen in speziellen Pilgerunterkünften, von denen es auf dieser Route allerdings noch wenige gibt. Er ist gegen eine Bearbeitungsgebühr bei den Jakobus-Pilgervereinen erhältlich.
Wegbeschreibung:Vom AlpSeeHaus aus gelangen Sie zur Seepromenade und zum Seebad, von wo aus Sie den Uferweg erreichen, der dank seiner Holzschnitzeloberfläche auch bei Nässe angenehm zu begehen ist. Er führt am Ufer entlang unterhalb von Trieblings bis zum Ende des Sees und nach Moosweg. Kurz vor Ratholz und Bleichgut überqueren Sie die Bahngleise und folgen der kleinen Straße bis kurz vor Wiedemannsdorf, wo Sie von der ruhigen, schönen Salzstraße mit ihren prächtigen Häusern nach links in Richtung Konstanzer abbiegen. Dort befindet sich eine Kapelle, die dem heiligen Jakobus dem Jüngeren geweiht ist. Seit 1755 sollen sich hier Reliquien von ihm und dem Apostel Philippus befinden. Beide Apostel sind an den Seitenwänden dargestellt. Auch die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer im nahegelegenen Thalkirchdorf ist wegen ihrer außergewöhnlichen Kunstschätze einen Besuch wert, darunter eine spätgotische Sakramentsnische (um 1500), eine lebensgroße Madonnenfigur (um 1440) und drei Glocken aus dem 16. Jahrhundert. Von Thalkirchdorf aus wandern Sie am Schwandlift vorbei durch das Konstanzer Tal bis zur nächsten Weggabelung, wo Sie rechts in Richtung Knechtenhofen abbiegen und so zwischen Salmas und Knechtenhofen zur Salzstraße und zum Jakobsweg jenseits der B308 zurückkehren. Hinter Knechtenhofen erreichen Sie eine Weggabelung im Wald. Rechts hinunter führt der Jakobsweg durch das Gelände des Industrieparks Wengen mit Postamt und Eisenbahn-Miniwelt zur OA1, auf deren Fußweg Sie rechts in Richtung Buflings abbiegen, vorbei an einer Töpferei, einer Käserei und dem Gasthaus Wengen. Es gibt eine ruhigere, schattige Alternative: An der Weggabelung vor dem Gewerbegebiet gehen Sie geradeaus über eine schmale Brücke (Straßentunnel) in die „Bärengrube“ im Wald jenseits der OA1. Auf halber Höhe quert man den Hang nach rechts zur Straße nach Oberstaufen, wo man nach rechts abbiegend die Kreuzung mit der OA1 und damit den Pilgerweg erreicht. Gut ausgeschildert führt er weiter über Buflings nach Zell, einem Weiler mit der Kapelle St. Bartholomäus (Stempelstelle), die bereits 817 urkundlich erwähnt wurde. Das gotische Bauwerk (14. Jahrhundert) wurde 2012 restauriert. Die mittelalterlichen Fresken stammen, ebenso wie der Hauptaltar, vermutlich von Hans (Johann) Strigel dem Älteren aus Memmingen; einige Figuren des rechten Seitenaltars stammen aus der Werkstatt von Ivo Strigel. Hinter dem Hauptaltar befindet sich ein Beichtstuhl mit dem Pilgerstempel. Der Jakobsweg Tirol-Allgäu mündet hier in die Jakobswege von Augsburg oder München nach Lindau. Zu Fuß gelangt man schneller als mit dem Bus von Buflings nach Oberstaufen.
Tipp des Autors:Wiedemannsdorf: Handgewebte Scheune. Thalkirchdorf: Restaurant und Käserei im Dorfhaus bzw. im historischen Gasthaus „Traube“. Kapelle Maria Immaculata in Kalzhofen. Knechtenhofen: Bauernhausmuseum. Ein Ausflugsziel in Kalzhofen, mehrere in Buflings, keines in Zell.Sicherheitshinweise:
Es ist zu beachten, dass Pilgerwege mit einem erhöhten Unfall- und Verletzungsrisiko verbunden sein können. Trotz sorgfältiger Routenplanung besteht immer ein gewisses Grundrisiko. Durch Ausdauersport, geeignetes technisches Training und mentale Vorbereitung lässt sich das Risiko von Unfällen und Gefahren verringern. Vergessen Sie jedoch niemals, dass sich das Wetter in den Bergen sehr schnell ändern kann.Ausrüstung:
Die persönliche Pilgerausrüstung muss sicher und funktionsfähig sein und den jeweiligen technischen Normen entsprechen. Das Gewicht des Rucksacks sollte 15 kg nicht überschreiten. Jedem Pilger wird empfohlen, sich anhand von Fachliteratur oder im Internet gründlich zu informieren und vorzubereiten.
Immenstadt ist über die Deutsche Alpenstraße, Oberstaufen und Lindau/Bregenz mit dem Bodensee und den Nachbarländern verbunden. Es ist außerdem bequem über die A7 von Kempten nach Reutte bis zum Allgäuer Kreuz, dann weiter auf der A980 bis zur Ausfahrt Waltenhofen und anschließend auf der B19 nach Immenstadt zu erreichen.
Öffentliche Verkehrsmittel
Immenstadt liegt an der Bahnstrecke Kempten–Lindau und bietet über Kempten Anbindungen an die stark befahrenen Strecken nach München, Nürnberg oder Memmingen–Ulm–Stuttgart sowie über die Außerfernbahn nach Reutte oder Garmisch-Partenkirchen.
Rückfahrt: Oberstaufen liegt an der Bahnstrecke Kempten–Immenstadt–Lindau sowie an der Bahnstrecke nach Wangen-Leutkirch. Außerdem liegt es an der Deutschen Alpenstraße (siehe oben).
Parken
Öffentliche Parkplätze in Immenstadt – teilweise gebührenpflichtig.
Jakobsweg, 7. Etappe: Immenstadt/Bühl – Oberstaufen/Zell
Informationsbüro Tannheim
Vilsalpseestraße 1
6675 Tannheim