Tannheimer Tal und Kekse? Ein Schätzchen

Tannheimer Tal und Kekse? Ein Schätzchen

Die Weihnachtszeit ist typisch für ihr besonderes Gebäck – darunter fallen auch die altbekannten Kekse. Rezepte dazu gibt es genug: In allen Formen und Varianten werden die süßen Köstlichkeiten gebacken. Welche Sorten aus dem Tannheimer Tal man unbedingt ausprobieren sollte und mehr rund ums Thema Weihnachtsgebäck.

Die Kinderaugen werden groß, wenn die Eltern endlich wieder die Keksdosen aus dem Keller holen: Es geht wieder los in der Weihnachtsbäckerei! Es gibt doch schließlich nichts Schöneres, als bei eisigen Temperaturen und verschneiten Feldern drinnen in der warmen Stube den Plätzchenteig zu kneten und Punsch zu trinken. Interessant ist, dass das Wort Plätzchen eigentlich von „Platz“ kommt. Durch diese Verniedlichung bedeutet Plätzchen so viel wie „kleiner flacher Kuchen“. Im Tannheimer Tal werden Plätzchen aber Kekse genannt.

Verschiedene Plätzchen

Von den Anfängen des Weihnachtsgebäcks

Klar ist: Kekse schmecken super. Doch wann sind die Leute von früher auf den Geschmack des Gebäcks gekommen? Im 18. Jahrhundert begann man, zum Nachmittagskaffee die leckeren Naschereien zu servieren. Während heutzutage jeder Kekse backen oder kaufen kann, sah das damals ganz anders aus: Man musste viel Geld besitzen, um sich das teure Gebäck leisten zu können. Zucker und andere Gewürze waren nämlich zu früheren Zeiten noch ein Luxusgut. Doch das hat sich zum Glück verändert: Durch die Gewinnung von Zucker aus Zuckerrüben konnte sich um das 19. Jahrhundert rum auch das einfachere Volk die wertvolle Zutat anschaffen. 1844 wurde beispielsweise die erste Zuckerfabrik in Österreich gegründet. Somit war auch das Backen der ersten Kekse im Tannheimer Tal für die Bewohner möglich. 

Die Rolle der Christen

Doch der Ursprung der Kekse reicht sogar noch weiter zurück! Dass man sie vor allem in der Weihnachtszeit herstellt, hat mit den Christen und Mönchen in den Klöstern zu tun. Diese feiern bekanntlich die Geburt von Jesu an Weihnachten – nicht nur die Heiligen Drei Könige haben für den Sohn Gottes reiche Gaben verwendet. Auch die Mönche waren in der Lage, an Gewürze wie Nelken, Ingwer und Zimt zu kommen. Dadurch konnten die schmackhaften Leckereien hergestellt werden. Und wer jetzt an die Form der klassischen Ausstecherle denkt, findet vielleicht noch eine Gemeinsamkeit zum Christentum. Ausstecherle bedeutet nämlich so viel wie ausgestochene Kekse, das meist mit ausgefallenen Formen wie dem Stern, Tannenbaum und Engel aus dem Teig herausgesetzt wird. Die Sternenform, die auch im Tannheimer Tal für die Kekse oft verwendet wird, führt auf den Stern von Bethlehem zurück.

Kekse aus dem Tannheimer Tal

Wer nun Hunger bekommen hat: Brigitte Heinreichsberger, Mitarbeiterin des Tourismusverbands Tannheimer Tal, stellt ihr Rezept für Ausstecherle frisch aus dem Tannheimer Tal zur Verfügung. Man rührt Eier, Butter und Zucker schaumig. Danach wird etwas Zitronensaft hinzugegeben. Danach rührt man eine Mischung aus Mehl und Backpulver nach und nach unter euren Schaum. Nachdem der Teig eine Stunde kaltgestellt war, wird er auf einer bemehlten Arbeitsfläche möglichst dünn aufgerollt.
Nun kommt das Beste: Mit den witzigsten Ausstecherformen können die Kekse aus dem Teig herausgestochen werden. Nach dem Bestreichen mit Eigelb darf das Verzieren der Kekse mit Streuseln oder gar Schokoladensoße nicht zu kurz kommen. Hierbei ist vor allem Kreativität gefragt, bevor es bei 180 Grad für etwa 15 Minuten in den Backofen geht.

Das Rezept für die Ausstecherle ist anbei als PDF zum Herunterladen. Zusätzlich gibt es Anleitungen zu den besten Vanille- und Gewürzkugeln aus dem Tannheimer Tal.
Und neben Kekse aus dem Tannheimer Tal sind noch so einige Köstlichkeiten mehr zu finden: Hier ein Klassiker, der nicht nur im Winter ein Renner ist. Guten Appetit!

Bilder: Brigitte Heinreichsberger

Rezepte Kekse