Regional und lecker: So schmeckt das Tannheimer Tal

Regional und lecker: So schmeckt das Tannheimer Tal

Saftiger Speck, rassiger Käse und süßer Honig für zuhause: In unserem schönen Tal werden viele Lebensmittel traditionell und vor Ort hergestellt. Denn regional und lecker, so schmeckt eben das Tannheimer Tal.

Die Milch von Kühen, die nur bestes Heu bekommen, Käse, der gerade mal ein paar Kilometer entfernt hergestellt wird und Honig, der die ganze Blütenvielfalt des Tals enthält. Ob im Hof- oder Bauernladen, in der Käserei oder beim Imker: Das Tannheimer Tal hält echte kulinarische Kostbarkeiten bereit. „Wir wollen die Schätze der Region anbieten“, sagt Stefanie Radolf, Betreiberin des Hofladens „Beim Käthrer“ in Zöblen. Zusammen mit ihrer Familie bewirtschaftet sie einen Erlebnishof. „Hier vermarkten wir unsere hofeigenen Produkte. Wir schlachten selbst und machen den Speck, ein Partner stellt für uns die Wurst her. Auch die Eier stammen von unseren freilaufenden Hühnern“, sagt Radolf. „Wir halten die Schweine auf Stroh und zwicken ihnen auch nicht die Schwänze ab.“ Und geschlachtet wird am Hof, das erspart den Tieren quälend lange Transportwege.

Räuchern nach dem Mondkalender

„Der Speck wird nach einem Familienrezept von Hand mit Gewürzen eingerieben. Dann bleibt er ein paar Wochen im Pökelfass und wird im Mondrhythmus nur an bestimmten Tagen in der hofeigenen Selch geräuchert“, erzählt die Landwirtin. Dort im Laden gibt es Speck oder geräucherte Hauswürste, selbst gemachte Marmeladen und hofeigenen Honig. Sogar Kräutersalz und -tees werden neben anderen heimischen Spezialitäten angeboten. Die Produkte stammen allesamt aus dem Tannheimer Tal. Der Käse zum Beispiel kommt direkt aus der Region sowie dem Tiroler Unterland. „Es ist uns wichtig, jeden Lieferanten zu kennen und kleine Betriebe als Partner zu haben.“

Süß, deftig, lecker: So schmeckt das Tannheimer Tal

Auch im beliebten Bauernladen im „Felixé Mina‘s Haus“ in Tannheim gibt es heimische Produkte. Von mehr als 20 Anbietern aus dem Tannheimer Tal sind hausgemachte Marmeladen, selbst hergestellte Kräutertees und -salz zu entdecken, erklärt Ramona Rief, Verkäuferin im Bauernladen und selbst Anbieterin. Im Sortiment sind auch frische Eier vom Bauernhof oder Nudeln, die daraus hergestellt wurden. Ebenso gibt es selbstgemachte Butter und Käse von bestimmten Almen und Honig von Tannheimer Imkern.

Fleißige Bienen im Tannheimer Tal

Der Honig aus dem Tannheimer Tal ist etwas ganz Besonderes und bietet immer wieder eine echte Überraschung. „Es kommt nicht selten vor, dass die Hälfte eines Bienenstandes nicht immer dieselben Blüten anfliegt“, erzählt Hubert Kotz, Obmann des Imkervereins Tannheimer Tal. „Die Vielfalt der Blüten lassen verschiedene Honige in Geschmack und Farbe entstehen.“ Typisch für das Tannheimer Tal ist Blütenhonig mit einer Beimischung von Waldhonig. Die cremige Delikatesse aus dem Hochtal bietet „eine Superqualität und erreicht in Wettbewerben regelmäßig Spitzenbewertungen“, wie Kotz sagt.

„Ich mache jedes zweite Jahr Honiganalysen. Dabei finde ich viele unterschiedliche Pollen von verschiedenen Pflanzen, die aus intakter Umwelt stammen“, erzählt der Imker. Er selbst besitzt über 40 Bienenstöcke. Die 28 Imker im Tal profitieren mit ihren insgesamt 280 Bienenstöcken auch von der Heumilch-Erzeugung der Bauern. „Dadurch, dass im Tal nur zweimal gemäht wird, können die Blüten natürlich abblühen“, sagt Kotz. „Nicht nur der Honig, auch die Bestäubung der Blüten durch die Bienen, Wildbienen und Hummeln ist ein extrem wichtiger Beitrag für unser Hochtal.“

Käse aus dem Tannheimer Tal

Wie in großen Bottichen Milch zu Käse verarbeitet wird, kann man durch ein Fenster im Geschäft der Bergkäserei Biedermann selbst beobachten. Der traditionelle Familienbetrieb in Grän stellt seinen beliebten Bergkäse „aus Heumilch, also aus Premiummilch von 33 Bauern aus dem Tannheimer Tal her“  wie der erfahrene Käsemeister und Firmen-Chef Markus Biedermann erzählt.

Neben Bergkäse, der 85 Prozent der Produktion ausmacht, fertigt die Firma zum Beispiel auch noch Schnittkäse, Joghurt und handgeformte Butter. Höchste Qualität braucht ihre Zeit: „Es gibt Bergkäse, den wir sechs Monate, zwölf Monate oder sogar 20 Monate reifen lassen“, erklärt Biedermann, der selbst jeden Tag Käse macht. Für den Chef des neunköpfigen Betriebs, der sich als „Pfeiler der Wirtschaft im Tal sieht“, ist aber auch eines wichtig: „Der Rohstoff für den Käse kommt aus der Region. Er wird hier verarbeitet und wir versuchen auch, ihn größtenteils in der Region zu verkaufen.“ Biedermann: „Das ist sowohl aus ökonomischer als auch aus ökologischer Sicht ein guter Kreislauf.“

Wer also ein Stückchen Urlaub mit nachhause nehmen möchte, kann das mit den regionalen Köstlichkeiten tun. Wenn man zuhause dann etwas davon genießt, lehnt man sich zurück und weiß: „Lecker, so schmeckt das Tannheimer Tal.“
 

Bilder: TVB Tannheimer Tal
Achim Meurer
Käserei Biedermann
Hubert Kotz