Wetter für Wanderer: Wetterzeichen richtig deuten

Wetter für Wanderer: Wetterzeichen richtig deuten

Das Wetter im Tannheimer Tal ist schon mal für eine Überraschung gut. Damit die Wandertour nicht ins Wasser fällt, hilft es, die Wetterzeichen richtig zu deuten.

Wer eine Wanderung in den Bergen des Tannheimer Tals geplant hat, für den ist es das A und O, sich vorher mit dem Wetter auseinanderzusetzen. Mithilfe von Niederschlagsradar-Apps, Ratschlägen von Ortsansässigen und dem aktuellen Wetterbericht ist das kein Problem. Aber auch die Natur selbst hat einiges über das Wetter zu erzählen. Liest man ihre Zeichen richtig, steht dem perfekten Outdoor-Erlebnis nichts mehr im Weg.

Regnerisches Wetter über dem Haldensee

1) Wetterzeichen am Himmel

Geht es um das Wetter, spricht besonders die Farbe des Himmels eine deutliche Sprache. Hat er am Morgen des Wanderausflugs eine eher graue Farbe, ist das noch kein Grund zur Sorge – ganz im Gegenteil! Ein grauer Himmel am Morgen sagt in der Regel schönes Wetter für den Rest des Tages voraus. Sind morgens hingegen eine schmutzig-gelbe Sonne oder Morgenrot auf niedrigen Wolken zu sehen, ist Regen angesagt. Auch bei weißen Ringen um Sonne oder Mond sollte man besser die wetterfeste Kleidung griffbereit haben und sich noch dazu auf starken Wind einstellen. Zieren dunkelviolette Farben den Himmel, sollte man den Anstieg auf den nächsten Gipfel vielleicht noch einmal überdenken, da es mit großer Wahrscheinlichkeit ein Gewitter geben wird.

2) Gewitterwolken deuten

Gewitter sind auf keiner Wanderung angenehm, aber zum Glück leicht zu erkennen. Dabei wird zwischen zwei Arten unterschieden, Wärmegewittern und Frontgewittern. Wärmegewitter treten meist im Sommer auf und kündigen sich durch turmartige Quellwolken an, die an einen Amboss erinnern. Zwar ist der genaue Ort des Wärmegewitters im Wetterbericht oft nicht eindeutig, aber wer ihre Anzeichen rechtzeitig erkennt, hat häufig noch genügend Zeit, passend zu planen. Frontgewitter zeichnen sich durch tief herabhängende Wolken aus, die einer dunklen Walze ähneln. Sie bringen nicht nur stark sinkende Temperaturen mit sich, sondern auch Hagel oder gar Schnee bis in tiefe Lagen hinein. Sind solche Gewitter angesagt, sollten Wanderungen auf jeden Fall vermieden werden.

3) Nebel, Tau und Reif

Auch der Nebel kann so einiges zum Thema Wetter erzählen. Ist er in den frühen Morgenstunden fallend, kann man mit perfektem Wanderwetter rechnen. Auch Tau und Reif auf den Wiesen sind Indizien dafür. Steigt der Nebel allerdings, steht vermutlich Regen auf dem Programm. Ist es bereits am Morgen sehr heiß und es herrscht trotzdem Nebel, müssen sich Wanderer auf ein Gewitter einstellen.

4) Wind und Wetter

Eine wichtige Orientierungshilfe zum Deuten des Wetters bietet der Wind – genauer gesagt, die Windrichtung. Kommt diese aus dem Osten, sorgt das meistens für stabile Schönlagen und optimale Voraussetzungen für eine Wanderung. Westwinde hingegen sind häufig nass und wechselhaft, da sie vom Atlantik aus in die Alpen strömen und die hier lagernden Kaltluftmassen mit Sturmböen verdrängen. Auch mit dem Föhn ist nicht zu spaßen: Herrscht Südföhn, staut sich die Luft auf der Alpennordseite und kann Wanderer mit Böen in Orkanstärke überrumpeln.

5) Kleine Hilfsmittel zur Wetterdeutung

Wer sich Unterstützung beim Deuten der Wetterzeichen in der Natur holen möchte, findet diese in Form eines Barometers. Dieses nützliche Utensil ist in viele Hochfunktionsuhren mit eingebaut und gibt Auskunft über den aktuellen Luftdruck. Steigt dieser mit deutlicher Geschwindigkeit, herrscht die Tendenz zu stürmischen Böen und Winden. Bei langsamem Steigen hingegen dürfen sich Wanderfreunde auf eine wahrscheinliche Wetterverbesserung freuen, vor allem in Kombination mit hohen Wolken aus östlicher Richtung. Fällt der Luftdruck rapide, ist ebenfalls mit rasch fortschreitenden Sturmböen zu rechnen. Fällt er nur langsam, kündigen sich Niederschläge an.

Ein weiteres Hilfsmittel mit ähnlicher Funktion ist der Höhenmesser: Auch dieses Gerät misst den Luftdruck und errechnet daraus die aktuelle Höhe. Wird hier ein zu hoher Wert angezeigt, signalisiert das ein Sinken des Luftdrucks und eine drohende Wetterverschlechterung. Bei geringem Wert ist der Luftdruck gestiegen und das Wetter verspricht, sich zu verbessern. Damit der Höhenmesser auch zuverlässig funktioniert, müssen ihn seine Nutzer regelmäßig nachjustieren, am besten bei Hütten oder klar identifizierbaren Orten auf der Karte.

Bilder: Achim Meurer