Kräuterdorf Jungholz

Die Wildkräuter im Tiroler Jungholz

Der Tiroler Ort Jungholz liegt in der Ferienregion Tannheimer Tal und ist bekannt als Alpenkräuterdorf. Wenn der Schnee schmilzt, gedeihen hier die unterschiedlichsten Wildpflanzen. Kräuterpädagogin Cornelia Lochbihler verrät ihre Rezepte für schonende Wiesenkräuterseife und den neuen Lieblingsaufstrich für’s frische Brot.

Bekannt ist Jungholz als Tiroler Kräuterdorf. Denn im Ortskern, gleich neben der Kirche, liegt ein großer Kräutergarten. Drei Kräuterpädagoginnen nutzen ihn, um Tees und andere Produkte herzustellen. Dabei richten sich Cornelia Lochbihler und ihre Kolleginnen ganz nach Mutter Natur: Sie säen keine speziellen Pflanzen aus, sondern warten ab was das Jahr so bringt. Je nach Wetter unterscheiden sich die wachsenden Wildkräuter nämlich stark. Die Ernte hängt davon ab, wie lange der Winter dauert und wie intensiv die Sonne scheint. Ein regenreiches Frühjahr lässt beispielsweise die mediterranen Pflanzen sprießen. 

Die ersten Wildkräuter des Jahres

"Je nach Wetterlage, wachsen die Wildkräuter in Jungholz ab Mitte oder Ende April", erklärt Lochbihler. Zu den ersten Kräutern die im Jahr geerntet werden gehört der Huflattich. Die heimische Pflanze entwickelt gelbe Blüten bevor sie Blätter bekommt. Die Kräuterpädagoginnen sammeln die Blüten und trocknen sie anschließend. Der Tee, den man daraus aufgießt, wirkt lindernd auf Atemwegsprobleme. 

Ein weiteres Wildkraut des Frühjahres ist der Löwenzahn. Die frischen Blätter schmecken zum Beispiel als Salat sehr gut. Aus den Blüten kann man aber auch einen Löwenzahnhonig herstellen. Der honigähnliche Sirup kann anstatt herkömmlichem Zucker für’s Backen und Süßen verwendet werden, oder einfach als Brotaufstrich genossen werden.  

Besondere Kräuter in Jungholz

In Jungholz sind aber auch seltene Wildkräuter zu finden. So zum Beispiel der Quendel. Die wilde Thymianart wächst erst ab einer gewissen Höhe. Da Jungholz 1054 Meter über Adria liegt, gedeiht das wilde Kraut hier bestens. Die getrocknete Pflanze kann genauso wie der Gartenthymian verwendet werden, zum Beispiel also als Gewürz.

Ein anderes Wildkraut, das in Jungholz bestens gedeiht, ist die Rossminze. Die wilde Minzart schmeckt nicht nur hervorragend als Tee, sondern peppt auch den gewöhnlichen Salat auf. Ein besonderer Tipp der Jungholzener Kräuterpädagoginnen: Legt man die Stile der Minze in trüben Apfelsaft, bekommt dieser eine fast exotische Note.

Seifen und Salze aus Tiroler Kräutern

Zum Sommer hin verarbeiten die Kräuterexpertinnen ihre gesammelten Schätze zu allerlei Produkten. "Wir machen zum Beispiel eine eigene Teemischung, das ist ein Wohlfühl-Tee. Und der schmeckt nicht nur gut!", verrät Lochbihler. Bei der Zusammensetzung achten die Kräuterpädagoginnen nämlich auch auf die Optik: Ein paar Rosenblätter, gelbe Schlüsselblumenblüten, blaue Kornblumen, ein buntes Potpourri an Wildkräutern also. Außerdem bieten sie verschiedene Workshops an. In diesen Seminaren stellen sie zusammen mit den Teilnehmern Kräutersalze und -seifen. Besonders gerne mögen die Besucher ihre Wildkräuterseife. Am 02.08.20 können ihre Produkte dann auf dem Kräuter- und Handwerkermarkt im Kräuterdorf Jungholz erworben werden. 

Bildnachweis: Achim Meurer

Rezept
Löwenzahnhonig

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Wiesenkräuterseife

Alpenkräuterdorf
Jungholz

Kräuter- und
Handwerkermarkt