Erste Hilfe von der Wiese im Kräuterdorf Jungholz

Erste Hilfe von der Wiese im Kräuterdorf Jungholz

Die üppige Flora im schönen Tannheimer Tal ist nicht nur für’s Auge bezaubernd: Hier wachsen auch leckere Wildkräuter und wertvolle Heilpflanzen. Auf dem Kräuter- und Handwerkermarkt im Kräuterdorf Jungholz verraten Pädagogen was die natürlichen Arzneien können.

Beinwell sorgt für Abhilfe bei Prellungen und Verstauchungen. Arnika lindert Schmerzen und Entzündungen. Johanniskraut bringt Beulen zum Abschwellen. Die Ringelblume lindert Verdauungsbeschwerden und heilt Wunden gleichermaßen. Spitzwegerich besänftigt den Husten und hilft Verletzungen zu desinfizieren und zu schützen.

Gesund und munter dank der Apotheke am Wegesrand

Es gibt unzählige alltägliche Pflanzen, die uns Menschen einen guten und heilsamen Dienst tun. In einer von reicher Natur gesegneten Gegend wachsen diese Kräuter üppig. Deswegen hat die „Apotheke am Wegesrand“ auch in unserem schönen Tannheimer Tal eine lange Tradition. Denn diese Region liegt fern der Städte. So war auch die medizinische Versorgung stets schwer zugänglich. Doch die Einheimischen wussten, sich selbst zu helfen: In der Abgeschiedenheit der Almen und Wälder lernten Bauern und Hirten die Heilkräfte der Natur zu nutzen. Sie brauten Tees und setzten Tinkturen an, die ihre Gesundheit wieder in Gang brachte – und die ihrer Tiere. Wie ein Schatz wurden die Familienrezepte von Generation an Generation weitergeben.

Lieber Kräuter als Chemie im Kräuterdorf Jungholz

Dieses Wissen ist bis heute vorhanden. Und so mancher greift noch immer lieber zum Rezept der Oma als zur Verschreibung des Doktors. Wobei inzwischen auch Sportler und Erholungssuchende die heilenden Kräfte zu schätzen wissen, die uns die Bergwelt immer wieder frisch bereithält. In den Wellness- Bereichen und Saunen der Hotels sind Kräuter ebenfalls beliebte Zutaten bei Anwendungen und Aufgüssen. Einen ganz besonderen Stellenwert genießt das gesunde Grün in Jungholz. Das „Alpenkräuterdorf“ spricht mit Arnika, Ringelblume & Co. alle Sinne seiner Besucher und Gäste an. Überall im Ort sind liebevolle Gärten mit Kräutern und Gewürzen angelegt.

Kräuter- und Handwerkermarkt

Als ein Höhepunkt im Kalender hat sich inzwischen der Kräuter- und Handwerkermarkt in Jungholz herauskristallisiert. Das nächste Mal findet der am 1. August 2021 statt. Dann wird das ganze Kräuterdorf Jungholz wieder zu einem großen Marktplatz. Zusammen mit Kräuterpädagogen, Vermietern, Gastronomen und vielen einheimischen Kräuterinteressierten wird dieser Markt unter der Schirmherrschaft der Jungholzer Bürgermeisterin Karina Konrad organisiert und veranstaltet. Über 80 ausgewählte Aussteller bieten ihre Waren an. Keine Massenware, sondern Kreatives aus eigener Werkstatt und handgefertigte Unikate. „Dazu gehören Kräuter, Stauden, Gewürze, Tees, Seifen, frisches Kräuterbrot, Marmelade, Kräuterkäse und Honig, sowie Köstliches und Feines für jeden Geschmack“, berichten Eva Pilgram und Dieter Merz , die sich um die Organisation kümmern. „Wir freuen uns immer wieder über ein wahrlich ausgefallenes Warenangebot in Verbindung mit Vorträgen, Führungen und Musikdarbietungen – und die Besucher freuen sich auch.“ Im großen Kräutergarten neben der Kirche können Besucher all ihre Fragen rund um die nützlichen Pflanzen stellen. Denn örtliche Kräuterpädagogen beantworten diese und geben Ratschläge zu den vielfältigen Kräuterpflanzen im Garten.

Außerdem kann diversen Handwerkern bei der Ausübung ihrer Handwerkskunst über die Schulter geschaut werden. Auch dekorative Gartenaccessoires, Töpferarbeiten, Schmuck, Flecht- und Filzarbeiten, sowie leckeres Essen zu Gunsten einheimischer Vereine, gehören im Kräuterdorf Jungholz an diesem ersten Augustsonntag zum Marktangebot. Für unsere jungen Gäste gibt es natürlich auch etwas zu tun. Sie werden mit einem speziellen Kinderprogramm unterhalten. Und sollte sich beim bunten Treiben unter freiem Himmel jemand einen Sonnenbrand holen: Mit Johanniskraut, Pimpinelle, Holunder, Ringelblume und Schafgarbe wachsen die Ersthelfer gleich auf der Wiese nebenan.

Bilder: Achim Meurer