Weideknigge

Wandern im Tannheimer Tal: Der Weide-Knigge

Beim Wandern durch die Natur erfreut sich der Mensch an den Pflanzen und Tieren hier im Tannheimer Tal. Doch auch wenn Weidetiere friedlich sind, sollte der Wanderer im Umgang mit ihnen ein paar Regeln beachten.

In letzter Zeit haben wir einige Wanderwege in unserem Tannheimer Tal vorgestellt. Eines haben sie alle gemeinsam: Die Routen zum Vilsalpsee, Traualpsee und zur Lache führen über saftige Weiden. Viele vergessen aber, dass im weiten Grün der Berge vor allem auch die Tierwelt zuhause ist – und dass es beim Zusammentreffen mit dieser ein paar Regeln gibt, die man beachten sollte.

Weidetiere nicht unterschätzen

Generell kann man sagen, dass Weidetiere – egal ob Pferde, Schafe, Ziegen oder Kühe – friedliche Tiere sind. Meistens sind sie an Menschen gewöhnt, wie zum Beispiel Kühe. Allerdings sind sie auch neugierig und gehen gerne einmal direkt auf die Wanderer zu. Das wird vor allem dann spannend, wenn der Wanderweg gerade über eine offene Weidefläche führt und man keinen schützenden Zaun zwischen sich und der Herde hat. Eine Situation, die beim Wandern im Tannheimer Tal nicht unüblich ist. Wenn es dazu kommt, ist es wichtig Ruhe zu bewahren. Hektische Bewegungen oder laute Geräusche könnten die Tiere erschrecken. Und auch wenn sie niedlich ausschauen: Eine Herde von Weidetieren, egal welcher Rasse, kann einen Menschen in jedem Fall verletzen. Außerdem sollten vor allem die Jungtiere niemals berührt oder gefüttert werden, denn das kann den Beschützerinstinkt der Muttertiere schnell wecken – und niemand möchte sich mit einer aggressiven Kuh oder Stute anlegen.

Der Weideknigge: Stets Ruhe bewahren

Beim Überqueren einer Weide sollte man außerdem den Wanderweg nicht verlassen. Zudem sollten die Wanderer dabei versuchen, den Tieren nicht näher als 20 Meter zu kommen.

In der Theorie einfach gesagt, in der Realität ist das allerdings nicht immer möglich. So eine Viehherde steht nämlich auch gerne mal mitten auf dem Weg. In so einem Fall sollten Wanderer versuchen, sie so weit wie möglich zu umrunden. Mit ruhigen, aber zügigen Schritten ist die Sicherheit dann schnell erreicht. Außerdem sollte der Wanderer den Tieren am besten nie den Rücken zudrehen. Das gilt besonders, wenn eines von ihnen doch einmal Drohgebärden zeigen sollte. Das Verhalten ist dann ziemlich offensichtlich: Scharren mit den Hufen, lautes Schnauben und Brüllen oder Kopfschütteln gehören dazu. In dieser Situation nicht einfach losrennen, denn das Tier ist in jedem Fall schneller.

Respekt für Mensch und Natur beim Wandern im Tannheimer Tal

Wer sich aber beim Wandern im Tannheimer Tal vor Augen hält, dass er hier im Lebensraum der Tiere ist und sich dementsprechend mit einem gewissen Maß an Vorsicht und Rücksicht verhält, der sollte im Normalfall gut an sein Ziel kommen – auch wenn es jenseits einer Weide liegt.

Eine Zusammenfassung aller Dos and Don‘ts für ein respektvolles Miteinander auf Österreichs Almen gibt es hier.

Bilder: Achim Meurer

Die 10 goldenen Regeln für die Begegnung mit Weidetieren

1. Den Kontakt zu Weidevieh vermeiden: Tiere nicht füttern und sicheren Abstand halten.

2. Ruhig verhalten, sonst können die Tiere erschrecken.

3. Mutterkühe beschützen ihre Kälber. Deshalb Begegnung von Mutterkühen und Hunden vermeiden.

4. Einen Hund immer unter Kontrolle halten und an der kurzen Leine führen. Ist ein Angriff durch ein Weidetier abzusehen, dann den Hund allerdings sofort ableinen.

5. Auf Almen und Weiden nicht die Wanderwege verlassen.

6. Wenn Weidevieh den Weg versperrt, die Tiere mit möglichst großem Abstand umgehen.

7. Bei Herannahen von Weidevieh: Ruhig bleiben, den Tieren nicht den Rücken zukehren, aber ausweichen.

8. Schon bei ersten Anzeichen von Unruhe der Tiere: Weidefläche zügig verlassen.

9. Zäune sind zu beachten. Falls es ein Tor gibt, dann bitte benutzen. Danach wieder gut verschließen und Weide zügig queren.

10. Den hier arbeitenden Menschen, der Natur und den Tieren mit Respekt begegnen.