Im Tannheimer Tal stehen wieder die Berge in Flammen – und zwar am Wochenende, 12. und 13. Juni. Was einst als Protest gegen napoleonische Truppen gerichtet war, ist heute ein beeindruckendes Schauspiel, das Jahr für Jahr viele Schaulustige in die Tiroler Ferienregion zieht.
Einheimische des Tiroler Hochtals verteilen kunstvoll Sägemehlsäckchen auf die Bergrücken im
Tannheimer Tal und ordnen sie in religiösen Formen an. Betende Hände, Kreuze, Tauben oder Herzen
werden dann bei Einbruch der Dämmerung zeitgleich angezündet und leuchten für die Gäste im Tal
ungefähr zwei Stunden lang.
Am Samstag, 12. Juni stehen die Berge um Nesselwängle und
Haldensee in Flammen. In der folgenden Nacht brennen die Feuer in den Bergen um Jungholz,
Schattwald, Zöblen, Tannheim und Grän.
Was heute vor allem ein beeindruckend schönes
Schauspiel ist, war ursprünglich ein Zeichen des Widerstandes: Als 1796 französische Truppen unter
Napoleon I. das Land Tirol bedrohten, erbaten die Landstände den göttlichen Beistand des
„Heiligsten Herzen Jesu“ gegen die Eindringlinge. Als Zeichen des Bündnisses aller Tiroler und für
den gemeinsamen Kampfbeginn entzündeten sie damals die religiösen Motive auf den Bergrücken und
gelobten, das Herz-Jesu-Fest jährlich zu feiern. Bis heute halten sie ihr Versprechen.